OZ: Lebensrettende Fackelträger

Spektakulär waren die vielseitigen Schauvorführung der Bad Doberaner DRK-Wasserwacht an der Seebrücke vor Heiligendamm.

Heiligendamm Hilfe, Hilfe! Eine junge Frau fuchtelt im Wasser mit den Armen in Richtung Land. Ihr Kopf geht immer wieder unter. Das Fernglas vor Augen, der Hilferuf in den Ohren — in Sekundenschnelle sprinten Retter der Bad Doberaner DRK-Wasserwacht los.

Mehrmals mussten Rettungsschwimmer an diesem Tag in die kühle Ostsee vor Heiligendamm steigen. Jedoch zum Glück nur, um lebensrettende Maßnahmen zu demonstrieren. Die Übungen an der Seebrücke waren spannend: Mit einer Rettungsboje, dem Rettungsbrett, einem Gurt und dem Boot. Die Rettungsschwimmer hatten Glück, denn während der Übungen gab es keine großen Wellen, das Wetter blieb stabil. Die Arbeit mit dem Brett erfordert Geschicklichkeit und ist nicht jedermanns Sache. Allzu schwer sollten die Retter nicht sein. Das Boot war in wenigen Sekunden zur Stelle. Es kam zwei jungen Frauen zu Hilfe, die sich mit dem Schlauchboot verkalkuliert hatten und zu weit nach draußen schwammen. Ihr Boot kenterte, die Frauen wurden ins Rettungsboot gezogen. Auch die anderen Vorführungen verliefen nach Plan. Auf der Seebrücke sahen sich etliche hundert Zuschauer gebannt die Manöver an. Viele Kameras klickten. „Die Rettungsschwimmer müssen üben. Die Bevölkerung hat an so einem Tag auch die Möglichkeit für Fragen und kann sich direkt ein Bild von unserer Tätigkeit machen“, meinte Wachleiter Oliver Stachewicz. Heiligendamm verfügt über vier Rettungstürme. „Zwölf Rettungsschwimmer sind insgesamt vor Ort“, sagte Oliver Stachewicz, der für zwei Wochen als Wachleiter bereit steht. „Normal ist eigentlich nur eine Woche, denn wir machen das schließlich ehrenamtlich“, ließ der 22-Jährige wissen, der sonst als Konstruktionsmechaniker arbeitet.

An Land warteten der Notarzt, Ambulanz und Krankentransport. Auch dort durfte sich umgeschaut werden. „Spannend und wichtig“, sagte Kathrin Lewin aus Ribnitz Damgarten. „Ich selbst habe einen Rettungskurs gerade erst vor kurzem absolviert.“ Ihr vierjähriger Sohn Tom hatte keine Berührungsängste und legte sich zur Probe auf eine Transportliege. Hinterher schaute er in den Ambulanzwagen. Mit dabei auch Maria Schult, die zuvor einen Lehrgang zur realistischen Unfalldarstellerin absolviert hatte. Bei ihr standen die Lütten wie Jara und Cora Schlange und ließen sich „echte“ Wunden verpassen. „Demonstrationen werden mit künstlichen Wunden realistischer. Kinder und Erwachsene lernen schneller, wenn es so wirklichkeitsnah wie möglich ist“, sagte die 19-jährige Rettungsschwimmerin. Das Highlight fand jedoch erst am späten Abend statt: An die 20 Rettungsschwimmer liefen mit Fackeln über die Seebrücke, um sich am Brückenkopf ins Wasser zu begeben und mit den brennenden Fackeln an Land zu schwimmen. Mystisch und faszinierend zugleich, wie alle mit den Lichtern an Land traten und sich in einem Kreis aufstellten.
SABINE HÜGELLAND

Ostsee-Zeitung vom 21. Juli 2009


Bilder


So faszinierend können Rettungsschwimmer in der Ostsee vor Heiligendamm aussehen. Tagsüber zeigte die Wasserwacht des DRK Bad Doberan, wie vielfältig lebensrettende Maßnahmen an Land und im Wasser sein können. OZ Mit dem Boot waren die Rettungsschwimmer der Bad Doberaner DRK-Wasserwacht binnen weniger Sekunden am Ort des Geschehens. OZ 

erstellt an 21.07.2009
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