OZ: Mit dem „Faster“ auf Rettungstour

Von ANETT JONUSCHAT

Heiligendamm. Es ist neu, es ist schnell: 4,60 Meter lang, 1,80 Meterbreit, mit 50 Pferdestärken ausstaffiert: das Rettungsboot „Faster 460“ am Strand von Heiligendamm. „Natürlich ist es etwas anderes, mit einem solchen Boot Einsätze zu fahren, zumal das alte bereits 15 Jahre auf dem Buckel hatte und reparaturanfällig war“, erzählt Johann Kross (21) von der DRK-Wasserwacht. Was er nicht weiß: Um den „Faster 460“ gab es einen längeren Kampf. Denn die Haushaltslage in Bad Doberan ist angespannt. Die Stadt muss laufende Kredite bedienen. Kostenpunkt: über eine Million Euro im Jahr. Spät, im Juni beschloss das Parlament den Etat, der sich dank der Rücklagen ausgeglichen präsentiert.
Und erst da gab es grünes Licht für den „Faster“. 11 000 Euro kostet das Modell, das aus Norwegen stammt. „Eine Rostocker Firma rüstete das Bootnach unseren Bedürfnissen um“,
erzählt Eva-Maria Schürmann. Die Leiterin der Tourist-Information hat sich seit langem für das Rettungsmittel stark gemacht, weil ein „altes und verschlissenes Teil in der Werkstatt keinem nützt“. Neu am wendigen Boot ist, dass das Steuer nicht in der Mitte, sondern an der Seite platziert ist, so dass ein Verletzter auch liegend befördert werden kann. Noch musste mit dem „Faster“ kein Leben gerettet werden, erzählt Rettungsschwimmer Björn Kinner (24), der das Boot steuern kann. Doch von See aus könne man die Lage nun besser peilen, im Ernstfall helfen. Bis dato leisteten die DRK-Leute 28-mal erste Hilfe: bei Schnittwunden, Insektenstichen, Kreislaufproblemen. Doch die Saison läuft gerade auf Hochtouren. Im Vorjahr erlebten die Retter um die 100 Einsätze. Gegenwärtig wachen zehn Leute auf drei Türmen: am Kinderstrand, unweit der Seebrücke und an der Promenade, Höhe Eiscafé. Der vierte Turm in Richtung Börgerende ist unbesetzt. Ein Problem, denn die Badegäste „erobern“ mehr und mehr auch diesen Abschnitt. Der Hintergrund ist ein ganz simpler: Der Strand in Heiligendamm, früher eher steinig,ist sandiger geworden. Der Bau des Yachthafens in Kühlungsborn
wirkt nach, die Strömungsverhältnisse haben sich total verändert. Ein Albtraum für die Wittenbecker. Ein Glücksfall für die Heiligendammer. Dass sich mehr und mehr Ausflügler auch aufgrund besserer Parkverhältnisse in die Weiße Stadt bewegen, haben die Retter längst beobachtet. Ergo: Der vierte Turm braucht Personal. Spätestens in der nächsten Saison soll dies der Fall sein. Weil Gelder und Verträge für 2008 bereits vergeben sind, war aus dem Rathaus zu erfahren.


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erstellt an 29.07.2008
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