OZ: Baywatch hat alles im Griff

Start der Badesaison in Heiligendamm. Retter der Wasserwacht schieben seit gestern Dienst. Neuer Einsatzort für sie ab Juni: Nienhagen.

Heiligendamm Braun gebrannt und gut gelaunt. So sieht das Team aus, das seit gestern den Hauptturm am Heiligendammer Strand besetzt. Täglich von 9 bis 18 Uhr. „Am Wochenende schieben wir auch am östlichen Turm 3 Dienst, ab 1. Juli ist der Posten am Kinderstrand besetzt“, klärt Einsatzleiter Klaus Görs von der DRK-Wasserwacht Bad Doberan auf. Alles sei straff und gut organisiert, versichert er. Gestern wurde alles tipptopp gemacht, an „Deck“ gewienert und geschrubbt. Der Baggerführer machte die Zuwegung für das Boot flott, das Anfang Juni kommen soll. „Ein neues Einsatzfahrzeug, schneller und flexibler. Angeschafft von der Stadt, mit der wir einen Vertrag schlossen“, freut sich Görs.

Und nicht nur der. Auch Benjamin Wehner (22) sieht der Schiffstaufe mit großen Augen entgegen. Für den Rettungsschwimmer und Fachbereichsleiter der Wasserwacht ist es übrigens die achte Saison. Warum er seine Freizeit opfert, für 19 Euro am Tag, neun Stunden Dienst leistet? „Ich werde den Sommer 2001 nicht vergessen. Damals ging ein Bauarbeiter in der Mittagspause baden. Plötzlich ging er unter. Herzinfarkt. Ich versuchte ihn noch zu retten. Doch es war schon zu spät, der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. So etwas vergisst man nicht“, sagt der junge Mann, der in Güstrow studiert, aus Kühlungsborn stammt und das Wasser liebt. Zum Glück war dies ein Einzelfall. Im letzten Jahr beispielsweise erlebten die Retter der Wasserwacht um die 100 Einsätze. Meist mussten sie Schnittwunden versorgen, bei Kreislaufkollapsen reagieren. „Wenn Leute auf Buhnen balancieren, von der Brücke springen, ziehen sie sich oft Verletzungen zu. Davor kann man nur warnen“, sagt Rettungsschwimmer Jörn Wiebring (19). Der Abiturient vom Doberaner Gymnasium gilt als toller Schwimmer, holte mit der Doberaner Gruppe bereits zum zweiten Mal den Vize-Landesmeistertitel bei den Herren. Für Jörn ist es die vierte Einsatzsaison. Der Dritte am Hauptturm heißt Johann Kross, Anfang 20. Wichtiger Tipp des Neubukowers: Eltern müssen ihre Kinder im Auge behalten. Und Badegäste sollten die Flaggenhinweise beachten. Gelb heißt, dass das Schwimmen gefährlich wird. Rot bedeutet: Badeverbot. Nähere Erläuterungen dazu gibt es am Sonnabend. Dann eröffnen die etwa 120 Wasserwacht-Mitglieder die Anbadesaison. Und die neuen Schwimm- und Rettungsschwimmerurkunden werden verliehen. „Eine gute Ausbildung des Nachwuchses ist das A und O. Außerdem können wir noch Verstärkung im Team gebrauchen“, meint Einsatzleiter Görs. Neu für das DRK-Team in diesem Jahr: Ab 1. Juni bewachen sie auch den Strand in Nienhagen. Dort stehen zwei Rettungstürme. Der westliche Turm wird als erstes besetzt.

Auch in den anderen Ostseebädern des Landkreises sind die Retter gut gerüstet. In Rerik beispielsweise reisen am Wochenende die ersten Männer und Frauen der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) aus Bayern an. „Sie werden zunächst den Hauptturm einrichten, nach und nach folgen die restlichen drei Wachen“, erzählt Robert Dietrich, Chef der Kurverwaltung. In Kühlungsborn, dem größten Seebad der Region, halten die DLRG-Leute längst Ausschau. Dort sind die beiden Hauptwachen seit 1. Mai startklar, erklärt Ordnungsamtsleiter Uwe Ziesig. Die anderen fünf Türme werden bis Mitte Juni belegt, so dass der Badegast beruhigt in die Fluten steigen kann. Baywatch hat alles im Blick und im Griff.

ANETT JONUSCHAT


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erstellt an 16.05.2008
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